Immobilienkredit
Von Dirk Löbe | April 21, 2009
Fast jeder hegt den Wunsch nach einem eigenen Haus, aber diese große finanzielle Belastung ist nur selten ohne fremde Hilfe zu schaffen. Für das passende Wohneigentum ist so gut wie immer ein Immobilienkredit notwendig, der auf verschiedene Weisen realisiert werden kann. Welche Art von Immobilienkredit geeignet ist, muss immer individuell bestimmt werden. Möglich ist eine Finanzierung zum Beispiel über einen “klassischen” Immobilienkredit, über einen Fremdwährungskredit oder über einen Bausparvertrag.
Ein klassischer Immobilienkredit kann über drei verschiedene Modelle zurückgezahlt werden, er kann als Annuitätendarlehen, als Tilgungdarlehen oder als endfälliges Darlehen aufgenommen werden. Ein Annuitätendarlehen muss vom Kreditnehmer über einen festen Zeitraum in immer gleichen Raten bezahlt werden. Die Rate teilt sich dabei in Zins- und Tilgungszahlung auf. Zu Beginn der Laufzeit ist die Restschuld höher und deswegen zahlt der Kreditnehmer zunächst mehr Zinsen. Gegen Ende der Laufzeit ist die Restschuld geringer und der Kreditnehmer kann einen deutlich höheren Betrag mit seinen Zahlungen tilgen.
Ein Tilgungsdarlehen verursacht in den ersten Jahren der Laufzeit höhere Kosten, weil der Tilgungssatz festgelegt wird und die Zinsen zusätzlich dazu gezahlt werden. Dafür nehmen die monatlichen Raten während der Laufzeit weiter ab, da die Restschuld geringer ausfällt und weniger Zinsen gezahlt werden müssen. Bei einem endfälligen Darlehen trägt der Kreditnehmer über die gesamte Vertragslaufzeit nur die Zinsen, Tilgungszahlungen werden gar nicht an die Bank geleistet. Der aufgenommene Betrag wird am Ende der Laufzeit komplett an die Bank zurückgezahlt oder über eine Anschlussfinanzierung weiterfinanziert.
Ein Fremdwährungskredit wird in einer fremden Währung aufgenommen, bewährt haben sich Schweizer Franken und japanische Yen. Die Immobilienzinsen in diesen beiden Währungen sind sehr niedrig (CHF: ~3%, YEN: ~2%) und daher sind auch die Zinszahlungen auf einem moderaten Niveau. Nicht alle Banken bieten Fremdwährungskredite an, daher ist eine genaue Recherche wichtig. Die ausgebende Bank eröffnet für den Kreditnehmer ein Konto in der fremden Währung, zahlt den Betrag aber in Euro aus. Die Raten an die Bank werden ebenfalls in Euro eingezahlt. Der Kreditnehmer trägt allerdings das Risiko von Währungsschwankungen, wenn der Wert der Fremdwährung im Vergleich zum Euro steigen sollte, wird der Kredit natürlich teurer, aber selbst dann ist er meistens noch günstiger als ein vergleichbarer Euro-Kredit. Um einen Fremdwährungskredit zu bekommen, muss mindestens 30% Eigenkapital vorhanden sein, außerdem muss die Immobilie privat genutzt werden.
Ein Bausparvertrag ist eine Finanzierungsform, mit der sehr günstige Zinsen möglich sind. Dafür muss in einen Bausparvertrag allerdings erst eine gewisse Zeit eingezahlt werden, bevor er den Darlehensbetrag auszahlt. Bausparverträge eignen sich gut, um Eigenkapital anzuhäufen, außerdem können sie vom Staat mit der Wohnungsbauprämie gefördert werden. Allerdings sind sie in der Auszahlung relativ unflexibel, da es dauert, bis ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird. Für zeitkritische Finanzierungen ist der Bausparvertrag also auf jeden Fall nicht das Richtige, für Finanzierungen, die in der Zukunft geschehen sollen, eignet er sich recht gut.
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